Aus einer Anfrage der CDU-Fraktion geht hervor, dass die Freiwillige Feuerwehr Hamburg trotz ihrer wichtigen Rolle im Bevölkerungsschutz von SPD und Grünen unzureichend unterstützt wird. Obwohl Einsatzzahlen, Mitgliederentwicklung und Motivation hoch sind, fehlt es an Investitionen in moderne Ausrüstung, Gebäude und neue Technologien. Besonders Verzögerungen bei Bauprojekten, unzureichende Sanierungsmaßnahmen und eine insgesamt mangelnde finanzielle Ausstattung drohen sich auf Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Hamburg durchaus demotivierend auszuwirken.
Dazu erklärt Stefan Bereuter, Sprecher für den öffentlichen Dienst der CDU-Fraktion: „Der Senat lässt die Freiwillige Feuerwehr im Dunkeln stehen und verkauft ihnen eine neue Glühbirne als Sanierung. Die Freiwillige Feuerwehr Hamburg ist eine zentrale Stütze im Bevölkerungsschutz, dies zeigen zum einen die Einsatzzahlen von über 3000 Allein- und Unterstützungseinsätzen im Brandschutz im Jahr 2025, aber insbesondere die schnellen Ausrückzeiten der FF, die mit einer 42-prozentigen Schutzzielerfüllung beispielhaft für Großstädte sein dürfte.
Die Mitgliederzahlen sprechen für sich: An den 86 Wehren gibt es 2741 aktive Mitglieder. Mit weiteren 1400 Mitgliedern bei den Jugend- und Minifeuerwehren scheint es zumindest bei der FF keine Nachwuchsprobleme zu geben. Die Motivation ist also hoch, aber was tut der Senat für die Kameradinnen und Kameraden?
Die Anschaffung eines neuen Feuerwehrhelms für Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr, der den gegenwärtigen Ansprüchen bei Angriffen auf Einsatzkräfte durch Feuerwerkskörper oder bei Atemschutz-Einsätzen gerecht wird, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Worauf wartet der Senat? Wo bleiben weitere moderne Einsatzmittel wie Drohnen?
Die Sanierungsoffensive für die FF offenbart bei näherer Betrachtung deutliche Schwachstellen: Wichtige Neubauprojekte wie die FF Alsterdorf, Berliner Tor oder Bramfeld befinden sich noch immer in der Planungsphase. Bei 59 Wehren wurden als alleinige Sanierungsmaßnahme die Umrüstung auf LED-Leuchtmittel angegeben. Wo aber bleiben die energetischen Maßnahmen zur Erfüllung selbstauferlegter Klimaziele?
Laut Senat werden aus dem Sanierungsfonds Hamburg mindestens zwei Millionen Euro pro Haushalt für den Neubau oder die Sanierung von Wehren zur Verfügung gestellt. Neubauten werden aber nach eigenen Angaben mit fünf Millionen Euro beziffert. Daher erscheint es wenig verwunderlich, wenn Baumaßnahmen ins Stocken geraten. Wer eine moderne, zukunftsfähige Feuerwehr in Hamburg will, der muss auch in Ausstattung, Gebäude und Personal investieren.“
