Frieling: Digitale Zwillinge sind kein Selbstzweck — Hamburg braucht vor allem mehr Wohnungsbau
Zum heutigen Senatsbeschluss zum Ausbau der Urbanen Digitalen Zwillinge erklärt Dr. Anke Frieling, stadtentwicklungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion: „Der Senat hat heute erneut den Ausbau sogenannter Urbaner Digitaler Zwillinge vorgestellt. Die dahinterstehenden Technologien können sinnvoll sein. Wenn Planungen besser visualisiert, Auswirkungen früher erkannt und Abstimmungsprozesse innerhalb der Verwaltung vereinfacht werden, ist das grundsätzlich zu begrüßen.
Entscheidend ist allerdings nicht die Zahl neuer Instrumente, Zentren oder Förderfonds, sondern deren konkrete Wirkung. Der Hamburger Senat schafft seit Jahren neue Strukturen, Strategien und digitale Werkzeuge. Die entscheidende Frage bleibt: Werden Planungs- und Genehmigungsverfahren dadurch tatsächlich schneller und werden am Ende mehr Wohnungen gebaut?
Gerade in einer Stadt mit anhaltend hoher Wohnungsnachfrage muss jede Maßnahme daran gemessen werden, ob sie dazu beiträgt, dringend benötigten Wohnraum schneller zu schaffen. Digitale Zwillinge dürfen kein Selbstzweck werden und nicht davon ablenken, dass Hamburg beim Wohnungsbau vor erheblichen Herausforderungen steht.
Die Akzeptanz für solche digitalen Vorhaben würde bei vielen Bürgerinnen und Bürgern deutlich steigen, wenn sie die positiven Auswirkungen im Alltag tatsächlich spüren könnten. Wer die Digitalisierung der Verwaltung ankündigt, muss auch nachweisen, dass Verfahren beschleunigt, Bürokratie reduziert und Projekte schneller umgesetzt werden. Bislang ist davon in der praktischen Erfahrung vieler Menschen zu wenig erkennbar.
Digitale Werkzeuge können helfen. Sie ersetzen jedoch nicht die politischen Entscheidungen und die notwendige Prioritätensetzung für mehr und schnelleres Bauen in Hamburg. Daran muss sich der Senat messen lassen.“