Die Bundesnetzagentur hat im Rahmen ihres ersten Auktionsverfahrens zur Reduzierung der Steinkohleverstromung dem Energieversorger Vattenfall den Zuschlag für sein Kraftwerk in Moorburg erteilt. Damit könnte das Kraftwerk bereits im Jahr 2021 theoretisch abgeschaltet werden. Das letzte Wort haben jetzt noch die vier Übertragungsnetzbetreiber. Sollten diese zu dem Ergebnis kommen, dass Moorburg systemrelevant ist, wäre der Zuschlag hinfällig und das Kraftwerk müsste in Reserve gehalten werden.

Zur möglichen vorzeitigen Stilllegung des Kohlekraftwerks Moorburg erklärt Stephan Gamm, energie- und klimaschutzpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion: „Die heutige Entscheidung der Bundesnetzagentur ist kein großer Tag für die Klimapolitik, sondern ein Armutszeugnis für den Industriestandort Hamburg und Deutschland. Die Aussage von Senator Kerstan, dass ‚die Stilllegung ein Erfolg grüner Energiepolitik sei‘ ist eine dreiste Verdrehung der Realität. Ein Umweltsenator, der seit Jahren mit der Aufgabe überfordert ist, das älteste und dreckigste Kohlekraft Deutschlands in Wedel abzuschalten, feiert sich für die Stilllegung des effizientesten und saubersten Kraftwerkes Europas. Offenbar haben die jahrelang von den Grünen geführte Kampagne und Schikanetaktik bei Vattenfall zu der Einschätzung geführt: Lieber ein (teures) Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Die Vernichtung von volkswirtschaftlichem Vermögen in Höhe von vielen Milliarden Euro, steigende Kosten für Verbraucher und Wirtschaft sowie die Gefährdung der Versorgungssicherheit spielen bei den politischen Entscheidungen der Grünen keine Rolle. Das effizienteste Kohlekraftwerke Europas abzuschalten, während das älteste und schmutzigste Kohlekraftwerke in Wedel auf unbestimmte Zeit weiterläuft, ist an Absurdität nicht zu überbieten. Eine klimapolitisch sinnvolle Abschaltung des Kraftwerks Wedel hat Kerstan schon vor über 5 Jahren versprochen, erreicht hat er nichts. Ob es am Ende tatsächlich zu einer Abschaltung von Moorburg kommen wird, ist jedoch noch ungewiss. So wird Hamburg in den windärmeren Monaten zurzeit bis zu 90 Prozent mit Strom aus Moorburg versorgt und Aurubis bezieht seinen Strom auf Basis eines langfristigen Liefervertrages ebenfalls von dort. Welche Auswirkungen sich somit für die Versorgungssicherheit unserer Stadt und unsere Industrie ergeben, wollte Senator Kerstan nicht kommentieren. Er nimmt damit den Verlust zahlreicher hochwertiger Arbeitsplätze billigend in Kauf. Mit der Abschaltung des Kernkraftwerkes Brokdorf Ende 2021 wäre das Kohlekraftwerk Moorburg das letzte verbleibende Großkraftwerk in Norddeutschland.“