Die CDU-Fraktion beantragt in der heutigen Bürgerschaft, die aktuelle Kurzarbeit zu nutzen, um Beschäftigte weiterzubilden und damit den Fachkräftemangel effektiv zu bekämpfen. Dabei soll bei Unternehmen viel gezielter für die vom Staat finanzierte Weiterbildung während der Kurzarbeit geworben und das Qualifizierungschancengesetz genutzt werden.

Dazu erklärt Andreas Grutzeck, arbeitsmarktpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion: „Im September waren noch 16.000 Betriebe in Hamburg in Kurzarbeit. Einige dieser Unternehmen haben betriebsintern bereits angekündigt, mindestens bis Ende März oder gar Juni 2021 in Kurzarbeit zu verbleiben. Umso irritierender ist es, dass bis Mitte Oktober nur in rund 100 Fällen bei der Agentur für Arbeit ein Antrag auf Finanzierung einer Weiterbildung während der Kurzarbeit gestellt wurde. Zwar weist auch die Agentur für Arbeit darauf hin, dass der Strukturwandel durch die Corona-Pandemie deutlich an Fahrt aufgenommen habe und die Kurzarbeit dafür genutzt werden soll, Beschäftigte fit für die Arbeit von morgen zu machen, doch die ersten Unternehmen versuchen stattdessen, Mitarbeitern ab Mitte 50 mit Abfindungen einen Ausstieg attraktiv zu machen. Dies mag zwar kurzfristig den Druck senken, aber bereits mittelfristig dürfte sich dieser Weg als Irrweg erweisen. Wir fordern daher den Senat auf, bei den Hamburger Unternehmen dafür zu werben, die Möglichkeiten der Weiterbildung, die die Agentur für Arbeit während der Kurzarbeit finanziell unterstützt, zu beantragen. Ziel muss es sein, die aktuelle Kurzarbeit zu nutzen, um Beschäftigte mittel- bis langfristig für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren und Fachkräfte zu sichern.“