Die Corona-Pandemie führt zu umfangreichen Belastungen für alle. Doch manchmal entsteht aus etwas Schlechtem auch etwas Gutes. So machte es eine Großspende der Reemtsma-Cigarettenfabriken GmbH möglich, dass in trägerübergreifender Zusammenarbeit 170 Obdachlose auf zehn Hotels verteilt für drei Monate von April bis Juni untergebracht werden konnten. Inspiriert von diesen Erfahrungen fordert die CDU-Fraktion nun mit einem Antrag (s. Anlage) „Neue Chancen für Obdachlose – Hoch-Risikogruppen im Corona-Winter 2020/2021 durch Einzelunterbringung besser vor Infektionen schützen“.

Andreas Grutzeck, sozialpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion:

„Mit dem Herbst steigt auch die Corona-Infektionsgefahr. Doch während sich die meisten besonders gefährdeten Menschen dann wieder mehr in ihre eigenen vier Wände zurückziehen, ist dies Obdachlosen nicht vergönnt. Gemeinschaftsunterkünfte  des Winternotprogramms bieten zur kalten Jahreszeit zwar ein Dach über dem Kopf, gleichzeitig aber auch eine erhöhte Infektionsgefahr. Daher ist es durchaus sinnvoll, auf die infolge der Reemtsma-Spende vom Frühjahr gemachten Erfahrungen aufzusetzen und zumindest für die Hochrisikogruppe Einzelunterbringungen zu erwägen. In der heißen Phase des Bürgerschaftswahlkampfs 2020 hatte Rot-Grün vor allem für Personen mit psychischen Beeinträchtigungen Unterkunft und Betreuung in ,kleineren Unterbringungen mit quasi Hotelcharakter‘ beschlossen. An dieses Versprechen möchten wir Rot-Grün jetzt erinnern. Wir fordern den Senat zudem auf, obdachlose Personen mit starken akuten und chronischen Erkrankungen sowie obdachlose Familien und Elternteile mit Kindern im kommenden Winter infolge der Pandemie aus den Gemeinschaftsunterkünften rauszuhalten und von der Straße fernzuhalten.“