Hamburgs Schulen brauchen mehr Unterstützung, stattdessen werden Klassen vergrößert, Stellen gestrichen und die Vertretungsreserve gekürzt. Gleichzeitig erklärt Schulsenatorin Bekeris, der Lehrermangel sei beendet, doch aus Schulen hört man das Gegenteil.

 

Dazu erklärt Birgit Stöver, bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion: „Den Lehrermangel für beendet zu erklären, weil man den Bedarf zusammenstreicht, ist lediglich ein Rechentrick auf dem Papier. Dass kaum Stellen unbesetzt sind, bedeutet nicht, dass es keinen Lehrermangel gibt. Die Wahrheit ist, dass weniger Stellen geplant werden. Die GEW verweist bereits auf Überstunden und größere Klassen.

 

Bei rund 274.420 Schülerinnen und Schülern, so vielen wie seit 45 Jahren nicht mehr, ist das ein falsches Signal, denn die Schulbehörde erwartet einen Rückgang der Schülerzahlen erst ab 2029. Statt eines vermeintlichen Einstellungsstopps braucht Hamburg verlässliche Ausbildungs- und Einstellungsperspektiven für den Lehrkräftenachwuchs.

Die Schulbehörde beziffert den Stellenwegfall selbst auf 61,3 Stellen im Schuljahr 2027/28 und 119,8 Stellen 2028/29 (Drs. 23/5119). Gefährdet sind damit auch weniger nachgefragte Angebote, etwa in Naturwissenschaften, zweiter Fremdsprache, Kunst und Musik. Wahlfreiheit und Profilbildung werden eingeschränkt. Die Absenkung der Vertretungsreserve droht zudem, mehr Unterrichtsausfall zu verursachen.

 

Rot-Grün greift außerdem mal wieder die Gymnasien an, es drohen größere Klassen und weniger Wahlfreiheit. Die geplante Erhöhung der Basisfrequenz von 24 auf 25 Schülerinnen und Schüler in den Klassen 7 bis 10 trifft ausschließlich die Gymnasien. In der Oberstufe soll die Frequenz von 22 auf 24 steigen. Gerade angesichts der Ergebnisse von PISA und IQB ist das der falsche Weg: Wenn Deutschland und Hamburg bei den Naturwissenschaften an der Leistungsspitze zurückfallen, darf nicht ausgerechnet bei der Unterrichtsqualität gekürzt werden.

 

Die nächste rot-grüne Baustelle sind die Kürzungen im Ganztag, die auch noch die Schwächsten trifft.

Die öffentliche Anhörung zur GTS im Schulausschuss am 7. Oktober hat gezeigt: 48 Prozent der GTS-Schulen haben den Sozialindex 1 oder 2. Ausgerechnet Schulen mit besonders schwierigen sozialen Bedingungen werden damit hart getroffen. Die Lehrkräfteressource für den GTS-Ganztag soll von 220,4 auf 126,62 Stellen im Schuljahr 2027/28 sinken. Was ist das für ein Verständnis von gerechter Bildungspolitik? Gerade die enge Zusammenarbeit von Lehrkräften sowie Erzieherinnen und Erziehern ist eine Stärke der GTS. Erzieherstellen müssen die Teams ergänzen, dürfen die Lehrkräfte aber nicht ersetzen.

Die CDU-Fraktion wird diese Themen in den Haushaltsberatungen aufgreifen und sich für den Erhalt der schulischen Qualitätsstandards einsetzen.“

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