Mit der Befreiung Deutschlands vom Faschismus endete am 8. Mai 1945 der Zweite Weltkrieg. Dieser Tag brachte das Ende des menschenverachtenden Terrors der Nationalsozialisten und des Holocausts.
Auch in diesem Jahr gedenken die demokratischen Fraktionen der Hamburgischen Bürgerschaft der Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen. Abgeordnete von SPD, CDU, Grünen und Linken reinigen die 21 Stolpersteine, die am Portal des Rathauses an die von den Nationalsozialisten verfolgten Abgeordneten der Bürgerschaft erinnern.
Die Reinigung findet am 8. Mai um 11.30 Uhr vor dem Haupteingang des Rathauses statt. Für die demokratischen Fraktionen sind dabei: Dirk Kienscherf (SPD), Dennis Thering (CDU), Sina Imhof (Grüne) und David Stoop (Linke)
Dazu Dirk Kienscherf, Vorsitzender der SPD-Fraktion Hamburg: „Die Stolpersteine vor dem Hamburger Rathaus holen die Schicksale der von den Nationalsozialisten verfolgten und ermordeten Abgeordneten zurück in unser tägliches Bewusstsein. Sie erinnern uns daran, wohin Ausgrenzung, Hass und die Aushöhlung demokratischer Werte führen können. Diese Erinnerung ist nicht nur ein Blick in die Vergangenheit, sondern eine klare Mahnung für die Gegenwart und die Zukunft. Gerade in Zeiten, in denen demokratische Grundüberzeugungen wieder infrage gestellt werden, müssen wir uns bewusst machen, wie zerbrechlich Freiheit ist. Eine offene Gesellschaft ist keine Selbstverständlichkeit. Sie lebt davon, dass wir sie jeden Tag schützen, verteidigen und stärken. Nie wieder darf sich solches Unrecht wiederholen.“
Dazu Dennis Thering, Vorsitzender der CDU-Fraktion: „Das Reinigen der Stolpersteine vor dem Rathaus ist ein wichtiges Zeichen des Respekts gegenüber den Menschen, deren Namen wir sichtbar halten. Noch wichtiger ist jedoch, Antisemitismus im Alltag entschieden zu begegnen. Erinnerungskultur zeigt ihre Stärke nicht nur in symbolischen Momenten, sondern vor allem dort, wo wir im täglichen Miteinander Haltung zeigen und Ausgrenzung keinen Raum lassen.“
Dazu Sina Imhof, Vorsitzende der Grünen Fraktion Hamburg: „Der 8. Mai erinnert uns an das unermessliche Leid, das so vielen Menschen durch das NS-Regime widerfahren ist. Gemeinsam reinigen wir zu diesem Anlass die Stolpersteine vor dem Hamburger Rathaus, um dieser Menschen zu gedenken. Frieden und Demokratie sind derzeit so stark unter Druck wie nie zuvor seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Stolpersteine sind ein Symbol dafür, wie leicht Gewalt und Tyrannei sich Bahn brechen können und wie wichtig es ist, Menschlichkeit und Freiheit gegen Angriffe zu verteidigen, damals wie heute.“
Dazu David Stoop, Co-Fraktionsvorsitzender der Linken in der Bürgerschaft: „Der 8. Mai ist ein Festtag – und sollte eigentlich längst ein gesetzlicher Feiertag sein. Doch am Tag der Befreiung feiern wir nicht nur – es ist auch ein Tag der Trauer und des Innehaltens. Mit dem gemeinsamen Putzen der Stolpersteine gedenken wir der durch die Nazis ermordeten Abgeordneten der Hamburgischen Bürgerschaft sowie aller anderen Antifaschist*innen – und all jener, die dem Rassenwahn der Nazis zum Opfer gefallen sind, insbesondere der Millionen ermordeter Jüdinnen und Juden und Sinti und Roma. Ihnen und ihren Nachkommen sind wir es schuldig, die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus für immer wachzuhalten und die menschenfeindlichen Ideologien ihrer politischen Wiedergänger zu bekämpfen.“
