Seit Ende Februar donnern rund 1.600 Busse an der nur wenige Meter entfernt gelegenen Kita am Speersort im Herzen der Hamburger Innenstadt vorbei. Dies musste der Senat in seiner Antwort auf eine CDU-Anfrage einräumen. Dieser für die kleinen Kinder unzumutbare Zustand soll demnach mindestens bis Ende August anhalten und hat bisher bereits eine Million Euro gekostet. Und wäre all dies nicht schon genug, kommen seit dem 1. März jeden Monat noch einmal 10.000 Euro dazu. Diese fallen an, weil nach Protesten der Kita-Eltern und -Leitung die Zahl der zeitgleich haltenden Busse auf zwei begrenzt wird. Der Rechtfertigungsversuch der Verkehrsbehörde, alles auf die in der Tat notwendigen Baumaßnahmen in der Mönckebergstraße für die U-Bahnlinie U3 zu schieben, geht letztendlich ins Leere. Denn diese Maßnahmen waren seit Langem bekannt und es bestand genug Zeit für sorgfältige Planungen. Auch hat der grüne Verkehrssenator aus seinem eigentlichen Ziel, die Busse in die Steinstraße zu verlagern und damit den Verkehrsfluss dort insgesamt zu verschlechtern, bereits vor der letzten Bürgerschaftswahl keinen Hehl gemacht.

Dazu Richard Seelmaecker, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion: „Und täglich grüßt der übereifrige Verkehrssenator: Wieder einmal sollen mit einer provisorischen Maßnahme Fakten geschaffen werden. Anders lässt sich nicht erklären, dass trotz absehbarer Beeinträchtigungen seit Kurzem 1.600 Busse jeden Tag nur wenige Meter neben schlafenden und spielenden Kindern entlangdonnern. Was für ein Wahnsinn! Der Bürgermeister muss seinem Verkehrssenator bei dessen Prestigeobjekt, der autofreien Innenstadt, schleunigst die Brechstange aus der Hand nehmen. Stückwerk für ein paar nette Schlagzeilen ist keine angemessene Antwort auf die vielen offenen Fragen der Mobilität im Herzen unserer Stadt. Stattdessen braucht es ein verkehrsmittelübergreifendes Gesamtkonzept für die City, die Speicherstadt und die HafenCity.“