Senat und HOCHBAHN haben heute Pläne zum Verlauf der zukünftigen U5 im Bereich der Hamburger Innenstadt vorgestellt. Angaben zu Kosten und deren Finanzierung fehlten leider komplett. Dies ist umso ärgerlicher, als dass der HOCHBAHN-Vorsitzende noch im August 2018 in einem Interview gegenüber dem Hamburger Abendblatt angekündigt hatte, dass „spätestens 2020 […] die Kosten für den Bau der gesamten U5 und der finale Streckenverlauf vorgestellt werden“ sollen. Die CDU fordert Senat und HOCHBAHN daher auf, die Kosten für den gesamten U5-Bau endlich verbindlich zu ermitteln und die zwingend notwendigen Förderanträge unverzüglich beim Bund einzureichen. Dieser hat seine Hausaufgaben längst gemacht und den entsprechenden Fördertopf in der laufenden Wahlperiode von 333 Millionen Euro auf eine Milliarde Euro p.a. angehoben sowie die Erhöhung auf zwei Milliarden Euro pro Jahr in der kommenden Wahlperiode bereits beschlossen.

Dazu erklärt Richard Seelmaecker, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion: „Die U5 ist ein Jahrhundertprojekt. Doch leider schwebt das Damoklesschwert der ungewissen Kosten- und Finanzierungsfrage weiterhin über dieser milliardenschweren Mammutmaßnahme. Es wird daher allerhöchste Eisenbahn, dass Senat und HOCHBAHN schleunigst die unverzichtbaren Förderanträge beim Bund einreichen. Gerade die heute thematisierte Innenstadt verfügt wegen der Alster, ihrer Fleete sowie des Tiefbaubestandes aus Bunkeranlagen und bestehenden U-Bahnlinien über den schwierigsten Baugrund in ganz Hamburg überhaupt. Liegen die geschätzten Kosten für den deutlich einfacheren Baugrund im nur 5,8 Kilometer langen östlichen Streckenabschnitt bereits bei 300 Millionen Euro pro Kilometer, werden diese im rd. 17 Kilometer langen mittleren Streckenabschnitt erheblich höher liegen. Insbesondere der neuralgische Bereich rund um den Jungfernstieg droht vor diesem Hintergrund zu einer ‚Milliardengrube‘ zu werden. Es bleibt die Frage, warum der bereits mit 6 Bahnlinien versehene Jungfernstieg angebunden wird, obwohl dies so teuer und komplex ist. Mit der Direktverbindung vom Hauptbahnhof zum Stephansplatz wäre eine schnelle Verbindung von Ost nach West möglich gewesen. Die wichtigste Frage ist jetzt die Finanzierung, gerade in Zeiten von Corona und stark gesunkenen Fahrgastzahlen. Das Projekt U5 darf kein Hamburger BER-Desaster werden.“