Nachdem sich der Senat lange bezüglich seines Impfkonzepts bedeckt hielt, hat er heute seine Pläne vorgestellt.

Dazu Stephan Gamm, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion: „Und das soll jetzt das Impfkonzept sein, an dem wochenlang gearbeitet wurde? Während andere Bundesländer bereits vor Tagen konkretere Pläne veröffentlicht haben, sind die Informationen, die der Senat bekannt gegeben hat, sehr spärlich und hinterlassen mehr Fragen, als dass sie Antworten geben. Wie soll die Impfberechtigung einer Person überprüft werden? Wie sollen Personen der Risikogruppe, die aber nicht in einem Heim leben, zum Impfzentrum kommen, wenn sie aus guten Gründen öffentlichen Verkehrsmittel meiden wollen? Vermutungen sind dabei die wesentliche Grundlage dieses Senatskonzeptes. Der Senat hat heute lediglich ein zentrales Impfzentrum für ganz Hamburg in den Messehallen mit einer Kapazität von bis zu 7.000 Impfungen täglich angekündigt. Im Vergleich dazu planen unsere Nachbarn in Schleswig-Holstein bei knapp 2.9 Millionen Einwohnern mit 28 Impfzentren und bis zu 42.000 Impfungen täglich. Auch wenn noch nicht feststeht, wie viel Impfstoff zu Beginn zur Verfügung stehen wird, erscheinen die bis zu 7.000 Impfungen in den Messehallen am Tag bei rund 1.85 Millionen Einwohnern als viel zu gering. Die Phase 2 des Impfkonzeptes soll erst dann geplant werden, wenn ein Impfstoff verfügbar ist, der leichter gelagert werden kann. Wie schon beim Aufbau von ausreichenden Kapazitäten für die Kontaktnachverfolgung lässt dieser Senat auch bei seinem Impfkonzept die Chance verstreichen, aktiv satt reaktiv zu handeln. Der Senat belegt damit, dass er nicht fähig ist, aus den Fehlern der vergangenen neun Monate zu lernen. Daher ist das Ziel der heutigen Presseinformation, Vertrauen zu schaffen, als gescheitert zu bewerten. Die Pläne des Senats sind weder ganzheitlich noch vorausschauend und erwecken den Eindruck, dass der Senat die Bedeutung der Impfungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie noch nicht erfasst hat. Die CDU-Bürgerschaftsfraktion arbeitet daher zurzeit an einem eigenen Impfkonzept, um einen Beitrag zur Verbesserung des Senatskonzeptes zu leisten.“