Der rot-grüne Senat feiert den Ausbau der Photovoltaik auf öffentlichen Gebäuden als Erfolg. Die Zahlen der Großen Anfrage der CDU-Fraktion (Drs. 23/4669, Fragen 1–11) zeigen jedoch ein anderes Bild. Vor zwei Jahren waren erst 308 öffentliche Gebäude mit Photovoltaik ausgestattet, heute sind es rund 450. Doch Hamburg besitzt 10.879 öffentliche Gebäude. Damit bleibt die Bilanz ernüchternd: Nur rund vier Prozent erzeugen eigenen Solarstrom, rund 96 Prozent bleiben weiterhin komplett ohne Photovoltaik. Hinzu kommt: Allein bei den öffentlichen Unternehmen gibt es noch rund 3.000 große Dachflächen ohne Photovoltaik. Auch die Bilanz der SAGA bleibt ernüchternd: Trotz mehr als 6.100 Gebäuden verfügen lediglich 63 Gebäude über eine Photovoltaikanlage.
Dazu Sandro Kappe, umweltpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion: „Der rot-grüne Senat versucht, aus kleinen Fortschritten eine Erfolgsgeschichte zu machen. Tatsächlich kommt Hamburg von einem extrem niedrigen Ausgangsniveau und bleibt auch heute noch im Schneckentempo unterwegs. In den vergangenen zwei Jahren ist die Zahl der Gebäude mit Photovoltaik lediglich von 308 auf 450 gestiegen. Gleichzeitig sind noch immer rund 96 Prozent der öffentlichen Gebäude ohne Photovoltaikanlage.
Wenn Hamburg dieses Tempo beibehält, würde es rund 70 Jahre dauern, bis überhaupt die Hälfte der öffentlichen Gebäude mit Photovoltaik ausgestattet wäre. Das zeigt, wie weit Anspruch und Wirklichkeit bei SPD und Grünen auseinanderliegen.
Dass es deutlich schneller geht, zeigt unser Nachbarland Niedersachsen. Dort sollen gemeinsam mit dem Hamburger Unternehmen 1KOMMA5° beziehungsweise dessen Projektgesellschaft 1,5 Grad innerhalb von nur drei Jahren rund 500 Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden realisiert werden, durch die gebündelte Ausschreibung geeigneter Dachflächen. Hamburgs Senat hält dagegen an einem langsamen Ausbau in Eigenregie fest.
Besonders unverständlich ist die Situation bei der SAGA. Mehr als 6.100 Gebäude und riesige Dachflächen, aber lediglich 63 Gebäude mit Photovoltaik. Das ist weit unter den Möglichkeiten.
Die Lösung liegt seit Jahren auf dem Tisch: Öffentliche Dachflächen müssen gebündelt ausgeschrieben werden. Wer die Dächer am schnellsten mit Photovoltaik belegt und der Stadt gleichzeitig die höchste Pacht zahlt, sollte den Zuschlag erhalten. So würde Hamburg endlich vom Schneckentempo auf die Überholspur kommen.“
