Aus einer Schriftlichen Kleinen Anfrage der CDU-Fraktion (Drs. 23/3291) geht hervor, dass Hamburgs Schulen zunehmend von überfüllten Klassen betroffen sind. Insgesamt wurden in 232 KESS 1+2 Grundschulklassen Überschreitungen festgestellt. Auch an Gymnasien sind die Unterstufenklassen mit mehr als 27 Schülern überfüllt. In Wandsbek und Harburg überschreiten zahlreiche Schulen die Schwelle von 25 Schülerinnen und Schülern pro Klasse, besonders betroffen sind die Jahrgänge 5 bis 10.
Dazu erklärt Birgit Stöver, bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion: „Die Unterrichtsqualität leidet, wenn zu viele Schülerinnen und Schüler in einer Klasse sind. Gute Unterrichtsqualität braucht ausreichend Zeit für jede einzelne Schülerin und jeden einzelnen Schüler. Wenn Klassen größer werden, leidet zwangsläufig die individuelle Förderung. Daher ist die wiederholte Überschreitung der Klassenfrequenzen vor allen Dingen in den Grundschulen mit KESS 1+2 nicht hinnehmbar. Ich möchte nachdrücklich an das Ziel erinnern, dass alle Schülerinnen und Schüler nach Klasse 4 ausreichend Lesen, Schreiben und Rechnen können sollen, um auf der weiterführenden Schule bestehen zu können. Die CDU geführten Senate haben die Klassenfrequenzen in KESS 1+2 Gebieten genau aus dem Grund, das Schüler-Lehrer-Verhältnis für möglichst individuelle Förderung zu ermöglichen, auf 19 Schülerinnen und Schüler pro Klasse limitiert. Im Sinne der Schüler muss diese Frequenz wieder ernst genommen werden.
Bitter ist auch, dass die Senatorin die Vereinbarungen zum Schulfrieden nicht ernst nimmt. Die Vereinbarung sah vor, dass in den Klassen 5-6 der Gymnasien die Klassenfrequenzen auf 25 Schülerinnen und Schüler pro Klasse reduziert werden, um den Übergang auf die weiterführende Schule zu erleichtern. So geht man nicht mit Vereinbarungen um. Sollte das ein Sparmodell der Behörde werden, ist dieses einfach nur abzulehnen.
Rot-Grün versteckt sich bei diesem so wichtigen Thema hinter dem Schulbauprogramm, das ist unredlich. Trotzdem braucht Hamburg einen neuen Schulentwicklungsplan, um den Regionen, Schulen und Eltern Planungsmöglichkeiten für die kommenden Jahre zu geben. Nur so kann langfristig für ausreichend Platz und eine bessere Unterrichtsqualität gesorgt werden.“
