Zu den heute veröffentlichten Umschlagszahlen des Hamburger Hafens für das Jahr 2025 erklärt Dr. Antonia Goldner, hafenpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion: „Das Wachstum vor allem im Containerbereich ist nach Jahren von Rückgang und Stagnation ein vorsichtiges Hoffnungszeichen. Gleichzeitig darf der rot-grüne Senat die Zahlen nicht als Selbstläufer missinterpretieren: Das 4. Quartal war das mit Abstand schwächste. Auch der Rückgang im Massengutbereich sowie die deutlichen Einbrüche im US-Geschäft zeigen, wie fragil die Entwicklung bleibt. Und dass die Abhängigkeit von China weiter zunimmt, könnte sich noch rächen.
Sowohl bei den publizierten HHLA-Zahlen als auch bei den Gesamtumschlagsdaten fehlen jegliche Angaben, wie hoch der Beitrag der Reederei MSC ist. Schließlich hat die Wirtschaftssenatorin erklärt, der MSC-Einstieg bei der HHLA mache sich bereits positiv bemerkbar. Hier erwarten wir Messbares und haben bereits am Montag eine Kleine Anfrage eingereicht. Offen bleibt bislang auch die wirtschaftlich wichtige Frage, ob es mit den weltweiten Handelspartnern einen Überschuss oder ein Defizit gibt.
Dass der Senat auf meine Kleine Anfrage vor sechs Tagen noch antwortete, die Umschlagszahlen für 2025 lägen noch nicht vor, entpuppt sich indes einmal mehr als wenig glaubwürdiges Verzögerungsmanöver.
Damit das Wachstum von 2025 kein Strohfeuer bleibt, muss der Senat jetzt endlich entschlossen handeln und insbesondere die strukturellen Herausforderungen im Bereich Infrastruktur, Planungsbeschleunigung, verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Nordrange-Häfen angehen. Und er muss der regelmäßig erklärten nationalen Bedeutung von Deutschlands größtem Seehafen Taten folgen lassen. Den maritimen Koordinator der Bundesregierung zu attackieren ist jedenfalls keine Strategie, sondern zeigt die Ideenlosigkeit und ausgeprägte Schwäche von Rot-Grün, sich in Berlin Gehör zu verschaffen. Vielleicht hilft ein Anruf in Bremen – immerhin hat es die dortige Landesregierung vermocht, für Bremerhaven gezielt Geld vom Bund einzuwerben.“
