Laut der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM) ist die, über die sogenannten „Fahrradpegel“ in Hamburg gemessene, Zahl der Fahrradfahrer gegenüber dem Vorjahr um rd. 33 Prozent gestiegen. Allerdings stiegen laut der bisher vorliegenden Daten im ersten Halbjahr 2020 auch die Zahlen der Verkehrsunfälle mit Radfahrerbeteiligung und die Zahl der hierbei Verletzten ebenfalls deutlich an.

Dazu erklärt Richard Seelmaecker, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion: „Mehr Radfahrer erfordern mehr Verkehrssicherheit. Rechnerisch verletzten sich jeden Tag sieben Fahrradfahrer bei Verkehrsunfällen auf und an Hamburgs Straßen, einige davon schwer oder gar tödlich. So erfreulich die neuen Werte aus den Fahrradpegelmessungen durch die Brille des Fahrradsenators auch sein mögen, so verstörend ist die Leichtgläubigkeit, mit der der rot-grüne Senat die Verkehrsteilnehmer aktuell mit seinen Coronaradwegen zu Versuchskaninchen degradiert. Die aktuelle Planung eines solchen provisorischen Fahrradstreifens auf einer von zwei neuralgischen Einfallstraßen im Süden Harburgs zeigt dies exemplarisch. Die Bremer Straße ist eine Hauptverkehrsader. 22.000 Fahrzeuge sind dort an einem normalen Werktag durchschnittlich unterwegs, darunter rd. 1.500 Lkw und Busse. Und jedes Mal, wenn die A7 zum Elbtunnel dicht ist, kommt es auf der Bremer Straße zu einem heillosen Chaos durch Ausweichverkehre. Wer nun auf dieser einspurigen und dadurch extrem verdichteten Straße auch noch einen Coronaradweg einrichten möchte, nimmt billigend in Kauf, dass bspw. Rettungsfahrzeuge im Einsatzfall dort stecken bleiben. Die Entscheider in der Verkehrsbehörde sollten daher schleunigst zur Besinnung kommen und die Finger von diesem gefährlichen Leichtsinn lassen. Ein gut ausgebauter Hochbordradweg im Straßenseitenraum wäre die deutlich sicherer und komfortablere Alternative, kostet aber eben auch mehr als ein auf die Straße gepinselter Billigradweg.“